Aus einem alten Garten im Waadtland als namenlose Sorte erhalten. Beeren auffallend gross, in langen, mitteldichten Trauben. Geschmack intensiv aromatisch, säuerlich-süss. Starker, halbaufrechter Wuchs. Mittlere Reifezeit, frühe Blüte.
Schwarze Johannisbeere
Die Wildform der Schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum) kommt im gemässigten und borealen Eurasien vor. Erstmals in Kultur genommen wurde sie wahrscheinlich im 17. Jahrhundert. Viele Botaniker waren früher überwiegend an den medizinischen Eigenschaften und den reichlich vorhandenen ätherischen Ölen interessiert. Bei der kulinarischen Nutzung waren die Geister aufgrund des starken und eigenwilligen Aromas seit jeher geschieden. In Europa und Russland blickt sie aber auf eine lange Tradition als beliebtes Beerenobst zurück. Bei der Zucht neuerer Sorten sind zunehmend andere Arten wie Ribes dikuscha und Ribes ussuriense involviert.
Schwarze aus Le Brassus
Infos zum Anbau
Anbau
Pflanzung: Pflanzzeit für wurzelnackte Pflanzen im Herbst oder zeitigen Frühjahr, Containerpfllanzen ganzjährig möglich. Bei der Pflanzung die 3-4 stärksten Triebe belassen und auf ein Drittel ihrer Länge zurückschneiden, überzählige Triebe wegschneiden. Pflanzabstand ca. 1.3-1.5 m, eher tiefe Pflanzung.
Pflege: Jährlicher Verjüngungs- und Auslichtungsschnitt während der Vegetationsruhe, Buschaufbau mit 8-10 Gerüstästen, die im Zyklus von 3 Jahren erneuert werden: jedes Jahr die 3 älteste Triebe bodeneben wegschneiden und durch eine entsprechende Anzahl neuer, kräftiger Basistriebe ersetzen, alle überzähligen Basistriebe entfernen, Seitentriebe an den Gerüstästen auf jeweils 2-3 reduzieren. Zurückschneiden der Triebspitzen bei Befall mit Amerikanischem Stachelbeermehltau. Regelmässige Unkrautbekämpfung im Stockbereich, Mulchen, Bewässerung bei Trockenheit.
Pflanzenschutz: Priorität haben vorbeugende Massnahmen wie regelmässiger Strauchschnitt und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Bei Mehltaubefall Spritzungen mit Pflanzenstärkungsmitteln und biologischen Präparaten (z.B. Backpulver, Fenchelöl) empfohlen.
Düngung: Verotteter Mist oder hochwertiger Kompos vor dem Austrieb.
Anspruch
Bezüglich Boden, Klima und Licht weniger anspruchsvoll als andere Beerenarten, Anbau bis ca. 1400 m ü. M.
Pflanzabstand
130-150 x 250 cm
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Pflanzzeit | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Blütezeit | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Ernte |
Infos zur Vermehrung
Anbau
Der Anbau für die Vermehrung unterscheidet sich in folgenden Punkten vom normalen Anbau:
Eine dauerhafte Erhaltung und effiziente Vermehrung ist nur in Straucherziehung möglich, wozu die Pflanzen undbedingt von Beginn weg genügend tief gepflanzt werden müssen. Das heisst, dass die untersten schlafenden Knospen nach der Pflanzung ein paar Zentimeter im Erdreich zu liegen kommen sollten. Containerpflanzen werden daher mind. 6 cm tiefer gepflanzt.
Anspruch
Bezüglich Boden, Klima und Licht weniger anspruchsvoll als andere Beerenarten, Anbau bis ca. 1400 m ü. M.
Pflanzabstand
130-150 x 200 cm
Befruchtungsart
Selbst- und Fremdbefruchtung (Insekten)
Vermehrungsart
Ableger/Absenker, Edelreis, Steckholz, Abriss bewurzelt
Saat-/Pflanzgutgewinnung
Schwarze Johannisbeeren werden über Steckhölzer vermehrt. Steckhölzer schneidet man in der Regel an frostfreien Tagen während der Vegetationsruhe (Oktober bis März) von einem kräftigen, verholzten, einjährigen Trieb einer gesunden Mutterpflanze. Das Steckholz sollte eine Länge von ca. 15-20 cm, mindestens aber fünf Blattknoten aufweisen und wird an den Enden jeweils ca. 0.5 cm ober- resp. unterhalb der Knospe abgeschnitten.
Die vorbereiteten Steckhölzer kann man im Garten auspflanzen. Hierzu macht man mit einem Spaten einen schmalen Graben in den Gartenboden, füllt ihn bis zur Hälfte mit lockerer Erde und steckt die Steckhölzer im Abstand von 3 bis 4 cm, so dass nur noch die obersten 2 Knospen aus dem Boden heraus schauen. Anschliessend wird der Spalt mit Erde aufgefüllt. Die Erde um die Steckhölzer herum andrücken und angiessen. Anstelle einer Anzucht im Freiland können die Steckhölzer auch in tiefen Töpfen mit lockerem Anzuchtsubstrat an einem hellen, frostgeschützten Standort angezogen werden. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Erde nicht austrocknet, um den Wurzelbildungsprozess nicht zu stören bzw. zu unterbrechen.
Cassis-Steckhölzer bewurzeln sich in der Regel leicht und rasch und können bereits im folgenden Herbst an den vorgesehenen Standort umgepflanzt werden. Dazu werden die Jungpflanzen sorgfältig ausgegraben und die ober- und unterirdischen Pflanzenteile vor der Pflanzung eingekürzt. Dabei schneidet man den neu gebildeten Trieb erneut bis auf 2 Knospen an der Triebbasis zurück. Die Pflanzung erfolgt eher tief in eine mit lockerer Erde gefülltne Pflanzgrube, wobei die beiden Knospen knapp aus dem Boden herausschauen. Damit die unscheinbaren Knospen bis zum nächsten Frühling keinen Schaden erleiden, werden die Pflanzstandorte markiert sowie regelmässig von Unkraut freigehalten und bei Bedarf gewässert.
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Pflanzzeit | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Blütezeit | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Saat-/Pflanzguternte |
Saat-/Pflanzgut bestellen
Saat- oder Pflanzgut können Sie auf zwei Arten bestellen:
Gönner*innen können über unser Erhalternetzwerk kostenlos einige Portionen Saatgut bei unseren Sortenerhalter*innen bestellen. Manche Sorten sind auch bei kommerziellen Anbietern für alle erhältlich.
Je nach Sorte steht auch nur die eine oder andere Variante zur Verfügung. Von gewissen Sorten gibt es (noch) gar kein Angebot, weil davon nicht genügend Saat-/Pflanzgut vorhanden ist. Mehr Infos
Kommerzielle Anbieter
oMioBio
Peter Müller
Industriestrasse 18
5242 Lupfig
056 424 15 10
www.omiobio.ch
Glauser's Bio-Baumschule
Glauser's Bio-Baumschule DS Ribes
Limpachmatt 22
3116 Noflen
031 782 07 07
glauser(at)biobaumschule.ch
www.biobaumschule.ch
La Ferme des Amoureux
Place du Village 16
1114 Colombier VD
079 175 94 59
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